Wohin mit der Erfahrung der Generation 50+?

Wie Wissensmanagement Ihnen hilft, wertvolles Wissen im Unternehmen zu halten und weiterzugeben

Irgendwann gehen Ihre besten Mitarbeiter und Kollegen in den Ruhestand. Vielleicht haben sie Sie schon viele Jahre begleitet. Sie kennen das Unternehmen, haben es eventuell sogar mit aufgebaut, Prozesse mitentwickelt oder perfektioniert.

Diese Menschen haben einen Wissensschatz angesammelt, der von unermesslichem Wert für das Unternehmen ist. Und bald gehen sie mitsamt dieses Wissenskapitals in den Ruhestand. Oder sie nutzen ihre Expertise für andere Herausforderungen in einer höheren Position, in einem anderen Unternehmen. Ihr Wissen nehmen sie mit, denn man bekommt es ja nicht aus ihren Köpfen in die der anderen Mitarbeiter. Oder doch?

Fakt ist: Verlassen langjährige und erfahrene Mitarbeiter das Unternehmen, hinterlassen sie eine Lücke. Diese kann mehr oder weniger groß und mehr oder weniger fatal sein. Das liegt an Ihnen.

Geschäftsführer sind dafür verantwortlich, dass Wissen so weitergegeben werden kann, dass es für andere verfügbar und nutzbar bleibt. Es liegt an der Unternehmensführung eine Kultur zu etablieren, die das Teilen von Wissen ermutigt und fördert.

Dazu gehört, den Mitarbeitern die richtigen Werkzeuge an die Hand zu geben, mit denen sie ihr Wissen strukturiert, umfassend und einfach aufnehmen und an die wichtigen Stellen verteilen können. Das Hindernis für die Integration neuer Werkzeuge ist nicht, wie häufig angenommen, dass ältere Mitarbeiter nicht mit digitalen Prozessen klarkommen. Gute Software muss unabhängig vom Alter menschlich zugänglich sein. Jeder profitiert von Nutzerfreundlichkeit. Die Generation 50+ sind häufig nicht nur frühzeitige Anwender, sogenannte „Early Adopters“ neuer Technologie, sie haben sie zum Teil mit erfunden. Es ist ein Fehler zu denken, dass Mitarbeiter ab 50 grundsätzlich nicht technik-affin seien oder generell nicht mit digitalen Prozessen zurechtkommen.

Das Problem ist vielmehr, das wir alle umso zögerlicher von Routinen abweichen, je länger wir an sie gewöhnt sind. Dazu gehört auch, neue Werkzeuge zu benutzen. Es gibt aber Wege im Wissensmanagement, gerade die so wichtige Altersgruppe ab 50 mit ins Boot zu holen.

Einfachheit

Software, die tagelanges Training und das Durchwälzen schinkendicker Anleitungen erfordert, arbeitet gegen Sie. Systeme müssen funktional und zielgerichtet funktionieren. Ein wenig Intuitivität bei der Benutzung schadet ebenfalls nicht. Mitarbeiter, die als Leiter oder Manager fungieren sollten dabei unterstützen, dass sich Mitarbeiter mit neuer Technologie wohlfühlen, auch indem sie verstehen, wie Software ihren Arbeitsalltag erleichtern kann.

Bis neue Prozesse etabliert sind, ist es hilfreich, einen oder mehrere Ansprechpartner bereitzustellen, die bei Problemen, Fragen oder Unsicherheiten zur Seite stehen. Es ist wichtig zu kommunizieren, dass diese Person(en) ausdrücklich mit Fragen zum Wissensmanagement behelligt werden können. Natürlich müssen ihnen dafür auch Ressourcen zur Verfügung gestellt werden.

Benefits herausstellen

Neue Prozesse werden schneller und besser angenommen, wenn sie einen klaren Mehrwert für den Einzelnen und die ganze Firma erkennen lassen. Dieser Mehrwert muss kommuniziert werden. Für gutes Wissensmanagement lassen sich klare, sofort sichtbare Argumente finden:

  • Vereinfachung von Arbeitsabläufen
  • eine einzige Quelle, in der alle relevanten Informationen zu finden sind
  • effizienteres Arbeiten
  • weniger Zeit mit der Suche nach benötigter Information verschwenden
  • Arbeitsersparnis
  • weniger Frustration
  • Ressourcen schonen
  • Kollegen helfen

Persönliche Wichtigkeit erkennen

Jede*r möchte sich wichtig, relevant und wertgeschätzt fühlen. Das tut man, wenn man in Entscheidungen und Prozesse mit einbezogen wird und Arbeitsabläufe mitbestimmen kann. Wissensträgern kommt hier eine besonders große Rolle zu. Wissen zu vermitteln kann sehr erfüllend sein, solange es keine zusätzliche Arbeit schafft. Sehen Sie Ihre erfahrenen Mitarbeiter als Lehrbeauftragte für das ganze Unternehmen.

Egal wie groß oder klein die Organisation ist, nicht jeder hat das gleiche Interesse an Wissensmanagement und zugehöriger Technologie. Finden Sie heraus, wer sich mit welchem Aufgabenfeld und welcher Art von Schulung wohl fühlt. Die Technikfreaks werden sich in ewigen Schulungssessions zu Tode langweilen, während Menschen, die weniger affin sind, mehr an die Hand genommen werden müssen. Auf diese Bedürfnisse einzugehen, hilft neue Routinen zu etablieren und zeigt, dass niemand alleingelassen wird.

Letztlich müssen alle wissen, wie sich neue oder veränderte Prozesse auf ihren Arbeitsalltag auswirken, welche Veränderungen sie mit sich bringen und welche positiven Ergebnisse sie nach sich ziehen.

Wissensmanagement in den Alltag integrieren

Gute Richtlinien helfen, Routinen im Tagesgeschäft zu etablieren. Neue Software und neue Prozesse sollten Teil dieses Tagesgeschäfts werden, nicht zusätzliche Arbeit, die sich wie eine Bürde anfühlt. Lassen Sie also den Raum und die Zeit, allokieren Sie wöchentliche Arbeitszeit so, dass kein Druck entsteht und sich die Mitarbeiter mit den neuen Systemen auseinandersetzen können. Das zeigt ein Investment Ihrerseits zum Wohlergehen aller. Ermutigen Sie gerade die Wissensträger, Arbeiten, die ihnen alltäglich erscheinen, zu dokumentieren. Bieten Sie Ihre Hilfe an.

Gehen Sie mit gutem Beispiel voran, macht es das für alle einfacher, neuen digitalen Prozessen zu folgen. Die Generation 50+ ist essentieller Bestandteil des intellektuellen Kapitals ihres Unternehmen.


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